Störsignale erkennen und eliminieren

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Tieffrequente Brummtöne um die 50 Hertz dürften jedem Studiobesitzer bekannt sein. Die Fehlersuche nach defekten Netzteilen oder Kabeln nebst dem launischen Wackelkontakt ist jedoch sehr mühselig und zeitaufwändig und hat schon etliche Studionächte in Anspruch genommen. Aber auch andere Störfaktoren können ein Signal beeinträchtigen. In diesem Workshop lernst du, wie du die Ursachen von Störsignalen entlarvst und wie du sie schnell beseitigen kannst.

Brummen – (äußere Einflüsse):

Versuche zunächst herauszufinden, ob das Brummsignal überhaupt im Signalfluß vorliegt. Schalte dazu die Lautsprecher aus. Damit lässt sich festzustellen, ob das Brummen möglicherweise von einer externer Quelle stammt. Sollte das Brummen jetzt noch hörbar sein, stammt das Brummen womöglich von einem Netzteil eines Synthesizers oder von einem Effektgerät. Entweder ist eines der Geräte defekt, andernfalls ist es möglich, dass sich übereinander eingebaute Effektgeräte in einem Rack gegenseitig berühren. Mit einer Gehäuseisolation per Klebeband lässt sich damit Abhilfe schaffen.

Auch die Beleuchtung im Studio/Bühne darf nicht unterschätzt werden. Bei unsymmetrischen Audio-Verbindungen anhand von Billigkabeln kann es zu Licht-Einstreuungen durch Leuchtstoffröhren, Dimmern etc. kommen. Achte zudem darauf, dass der Stromkreis des Lichtes immer vom Stromkreis der Audiosignale getrennt ist, da es sonst ebenfalls zu Brummsignalen kommen kann.

Brummen – (unregelmäßig):

Ein sehr zeitaufwändiger Störfaktor ist der Wackelkontakt. Der nicht konstante Brummton führt dazu, jeden einzelnen Kanal und dessen Kabelverbindung zum Kanaleingang per Solo-Schaltung am Mixer zu überprüfen. Die Fehlerquelle ist meist ein defektes Kabel oder zumindest ein Kabel mit unsauberen Lötstellen.

Brummschleife:

Verbindet man eine Gitarre mit einem Effektgerät, schließt den Effektgerät- Ausgang dabei an zwei verschiedene Amp-Eingänge an und beide Amps sind mit der gleichen Steckdose verbunden, entsteht mit Sicherheit eine Brummschleife.

Brummschleife

Dies ist auf die doppelte Masseverbindung bzw. doppelte Erdung zurückzuführen. Die erste Masseverbindung findet sich am Schutzkontakt der Steckdose. Viele Geräte verfügen aber ebenfalls über eine interne Masseverbindung zum Schutzkontakt, so dass eine zweite Masseverbindung erzeugt wird. Daraus entsteht ein repetitives Brummen – die klassische Brummschleife. Anhand einer D.I.-Box zwischen Effektgerät und einem der Amps lässt sich die Audioverbindung von der Masse splitten und das Brummen verschwindet. Betätige dazu den Ground-Lift-Schalter. Durch eine D.I.-Box wird zudem eine unsymmetrische Verbindung symmetriert. Dies ist im Studio- und Bühnenalltag stets von Vorteil, da symmetrische Kabel deutlich weniger störanfällig sind und längere Verbindungswege damit problemlos möglich sind, als mit unsymmetrische Verbindungen.

DI Box_

Verbindung per D.I.-Box

Eine alternative, aber keineswegs nachahmenswerte, weil lebensgefährliche Methode zur Unterbrechung einer Brummschleife, ist das Abkleben eines der Amp- Schutzkontakte an der Steckerleiste. Dadurch wird die Masseverbindung getrennt und die Brummschleife verschwindet sofort. Um aber keine Stromschläge zu riskieren, ist der Einsatz einer D.I.-Box immer der sichere Weg.

Knistern und Knacken:

Nicht abgeschirmte Kabel neigen dazu, Einstreuungen von außen in den Signalweg aufzunehmen und ein Knistern entstehen lassen. Tausche dazu das Kabel. Anders ist es, wenn am Mischpult die Fader beim Schieben knistern oder beim Drehen eines Potis. Dann deutet dies auf einen verdreckten Kanalzug bzw. Knopf am Mixer hin, der bei einer Bewegung durch Staub, Gaffatape-Abrieb, Nikotinpartikel etc. ein Knistern erzeugt. Dazu ist eine gründliche Reinigung vom Service-Techniker notwendig. Zwar kann man versuchen, das Gerät auch selbst aufzuschrauben, und dann mit Druckluft versuchen den Kanal durchzupusten, oder eventuell einen Kontaktreiniger zu verwenden, jedoch erlischt dann die Garantie des Gerätes. Setze jedenfalls niemals Kontaktspray ein, da sonst die Leiterbahnen verkleben und dies den Gerätezustand zusätzlich verschlechtert!

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